18/05/2012
Demografische Entwicklung – Auswirkungen auf die Arbeitswelt
Das Unternehmen „BComplete” stellt mir im aktuellen Newsletter Fragen zu: Wie ein starkes Unternehmen der Zukunft organisiert sein soll? Welchen Einfluss hat die Entwicklung unserer Bevölkerung auf die Zukunftsfähigkeit von Klein- und Mittelbetrieben?
Thomas Beck, wie sehen Sie persönlich die zukünftige Entwicklung unserer Bevölkerung? Besteht Ihrer Meinung nach, schon heute in einzelnen Regionen und Unternehmen dringender Handlungsbedarf?
T. Beck: Unsere Bevölkerung entwickelt und wandelt sich stetig – demografischen Wandel gab es in der Vergangenheit und wird es auch in Zukunft immer geben. Wenn sich aber eine Gesellschaftsgruppe, wie wir in Europa, populationsmäßig degeneriert dann ist das ein ganz klares Zeichen des Wandels unserer Gesellschaft. Damit muss die Wirtschaft, die ein Aspekt der Gesellschaft ist, umgehen können. Der Trend des Geburtenrückgangs ist aus meiner Sicht eine „Wohlstandskrankheit“. Wir haben Eigeninteresse und individuellen Lebensstil oft über das Gesamtwohl der Generationen gestellt. Wichtig für Unternehmen der Zukunft ist die Erkenntnis, dass die Bevölkerung sich stetig wandelt und entwickeln wird. Die Demografie formt die Unternehmen und das Unternehmen kann die Demografie nicht kontrollieren oder beeinflussen.
Welche Auswirkung hat die demografische Entwicklung auf die zukünftigen Strukturen und Arbeitskonzepte eines Unternehmens?
T.Beck:Stagnierend starre Unternehmen, oft rein kostenorientiert werden in Zukunft nicht überlebensfähig sein. Diese Form von Unternehmen ist geprägt durch starre, fix fertige Konzepte und Strukturen. Wenn man in Zukunft mit dem Ziel arbeitet „alles soll gleich bleiben“ und man sich dann wundert, warum Menschen, wie zum Beispiel potenzielle Arbeitnehmer, da nicht mitspielen – dann hat man ein Problem. Ein Unternehmen ist kein fixes, starr gefertigtes Konstrukt sondern ein organisches Gebilde das aus Menschen besteht, die sich zusammentreffen und gemeinsamen Zielen nachgehen. Die organischen, lebendigen Unternehmensformen haben mit der Entwicklung unserer Bevölkerung kein Problem.
Der Nachwuchs an jungen Talenten, so genannte High-Potentials, wird knapper. Wie können speziell Klein- und Mittelbetriebe ihre langfristige Attraktivität als Arbeitgeber der Zukunft stärken?
T. Beck: Junge Talente haben andere Werte, andere Fähigkeiten und ein anderes Bewusstsein. Bei hoch qualifizierten, jungen Talenten stehen in Zukunft Mitgestaltungsmöglichkeiten, Individualentwicklung, Wertschätzung und Sinnerfüllung bei der Wahl der Arbeitgeber an oberster Stelle. Diese Generation strebt nach neuen Formen des Wirtschaftens, nach Wirtschaft der Freude. Erst an 3. oder 4. Stelle kommt die angemessene finanzielle Entlohnung. Beim Übergang in die Wissensgesellschaft wird die streng hierarchische Organisation immer fragwürdiger. Kreativität gedeiht nun einmal nicht auf Befehl.
Welche Organisationsstrukturen werden in Zukunft gebraucht?
T. Beck: Kreativität und Innovation entsteht aus meiner Sicht durch erlebte Beziehungen. Ich stelle die These auf, dass sich starke Unternehmen der Zukunft aus Berufungsgruppen bilden werden. Berufungsgruppen oder Berufungsgemeinschaften entstehen durch Menschen die gleiche Werte, Fähigkeiten und Interessen teilen. Diese Gemeinschaften besitzen ein hohes Maß an Sozialkapital und erlebte Solidarität. Sie nehmen Rücksicht auf Schwächere, bilden diese aus und tauschen Erfahrungen. Auf langfristige Sicht führen Berufungsgruppen hin zu einer selbstlernenden und selbstorganisierten Unternehmenskultur. Wir gehen klar weg von dieser längst zu verabschiedenden patriarchalen Unternehmensführung. Eine Kultur in der oben bestimmt wird wie man unten zu sein hat – diese Zeit ist klar und deutlich vorbei. Hierarchien wird es in unserer Gesellschaft immer geben. Starke Unternehmen der Zukunft werden natürlich geführt, strukturiert und organisiert. Aber nicht mehr nach dem Prinzip „oben sticht unten“ sondern stark nach dem Motto „die gemeinsame Aufgabe ist der alleinige Chef“. Starke Unternehmen der Zukunft basieren immer mehr auf kollektiven Entscheidungsprozessen. Kommunikation, Kooperation, Diskussion und Dialog führen zu gemeinsamen und nachhaltigen Entscheidungen. Die „Wir-Kultur“ wird in Zukunft unsere Entscheidungen stark prägen und prozessgetragene Strukturen entwickeln. Alleinstehende und isolierte Entscheidungen werden in Zukunft immer weniger. Die Eigentümer von Unternehmen müssen erkennen, dass das was sie tun und erwirtschaften eine Gemeinwohlleistung ist. Ein Unternehmen der Zukunft ist ein Platz wo Menschen, mit all ihren Potenzialen und Kräften, zusammenkommen um gemeinsame nachhaltige Lösungen entwickeln. Lebenslanges Lernen und erworbenes Können veraltet nicht.
Wie sehen Sie die Möglichkeit ältere Generationen aktive am Berufsleben teilnehmen zu lassen?
T. Beck: Immer mehr Menschen tun das was sie für sinnvoll erachten. Unser System muss Menschen schützen die nicht mehr erwerbstätig sein können (zB. durch Krankheit) aber gleichzeitig Menschen fördern und fordern ihrer Berufung nachzugehen und das zu tun was sie für sinnvoll erachten. Das ist die große Chance der Berufungsgemeinschaft – wir tun genau das was unserem Potenzial entspricht. Je angenehmer und sinnvoller eine Beschäftigung empfunden wird, desto größer ist das Interesse, sie lebenslang zu betreiben. Die Kernkompetenz vieler Büros liegt immer weniger in der Technik allein und immer mehr in der Ermöglichung von Kommunikation und Kooperation.
Für die Unternehmensverantwortlichen stellt sich deshalb die Aufgabe, das Büro neu zu definieren um das Beste aus den Mitarbeitern herauszulocken. Wie sehen Sie diesen Trend?
T. Beck: Die Büroraumaufteilung und -gestaltung folgt dem was im Unternehmen geschehen soll. Sie prägt die Kultur eines Unternehmens und kann kreative und kooperative Prozesse fördern und unterstützen. Wichtig sehe ich in Zukunft die Gestaltung von sozialen, lebendigen Räumen. Das sind Räume die ausgestattet sind mit flexiblen Elementen, die es mir ermöglichen ohne großen Aufwand Kommunikations- oder Kooperationsbereiche zusammenzustellen. Je nachdem welcher Aufgabe gerade nachgegangen werden soll. Das Büro der Zukunft wird sich nach den menschlichen Bedürfnissen – sozial und individuell - richten müssen. Eine Infrastruktur die sich gleichzeitig zum Arbeiten und Entspannen eignet. Wichtig für starke Unternehmen der Zukunft werden bestimmte Fixpunkte sein. Fixpunkte können Prozesse oder Räume sein – der sogenannte Herzschlag eines Unternehmens. Diese Fixpunkte sind gekennzeichnet durch wiederkehrende, klar erkennbare und gelernte Rituale oder Treffpunkte. Fixpunkte geben Orientierung, Verlässlichkeit und fördern Verbundenheit im Unternehmen.
Thomas Andreas Beck, versteht sich als utopischer Realist, der als Berater und Coach in unterschiedlichen Projekten für eine Wirtschaft der Freude arbeitet.
Das Interview fand im HUB VIENNA statt. Ein inspirierendes Paradebeispiel für die Arbeitsform der Zukunft. Das HUB VIENNA ist ein Arbeitsplatz welcher Raum für Ruhe, Kreativität, Innovation und individuelle Arbeit bietet und gleichzeitig Platz für Events oder Workshops einbindet. Die Mitglieder des Hub Vienna arbeiten an innovativen Ideen, die soziale, kulturelle und ökologische Herausforderungen adressieren.
Mai 18, 2012 in Coaching, Führung, utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)
28/04/2012
Fest der Liedermacherkunst.
Herzliche Einladung zu Rhythm & Roses | Fest der Liedermacherkunst. Kommt's näher...
April 28, 2012 in Musik | Permalink | Kommentare (0)
28/03/2012
Der Lauf des Lebens...
Thomas Andreas Beck, geboren 1968 in Wien. Coach, Liedermacher und Vater von zwei Söhnen. Ausbildung zum Maschinenbauingenieur und Coach. Gründer der Unternehmen Tombeck GmbH, Rubble Master Marketing und Vertrieb GmbH und »Utopische Realisierungen« sowie der Initiative »Wirtschaft der Freude«.
In Anstellung gearbeitet als Bauarbeiter, Lüftungstechniker, Statiker, Sicherheitstechniker, Baumaschinen Verkäufer, Marketing- und Vertriebsleiter.
Seit 1999 selbständig als Krisen- und Sanierungsmanager, Coach und Berater für zukunftsfähige Unternehmensführung.
Mehr als 1000 »Tage der Entwicklung« in Unternehmen und Verbänden - mit Fokus auf Führungskompetenz, Innovation, Teambuilding, Motivation, Krisenbewältigung, Prozessoptimierung, Bewältigung von Sondersituationen wie Fusionen, Generationswechsel, Neugründungen, Cluster.
Seit 2011 nach 25 jähriger Pause wieder als Liedermacher »Tombeck« aktiv auf der Bühne.
Mehr auf
www.utopischerealisierungen.com
www.wirtschaft-der-freude.org
www.tombeck.at
David, Tom und Lukas Beck, Foto Claudio Alessandri
März 28, 2012 in Coaching, Führung, Projekte, utopische Realisierungen | Permalink | Kommentare (0)
27/03/2012
Bruder David Steindl-Rast - Ich und Selbst
Die wirklich grossen Ideen »fallen uns ein« - sie kommen im Moment des Loslassens, der Stille, des Schlafes.
Alles entsteht durch diese unerklärlche Anziehungskraft, etwas Erstaunlicheres kann man sich kaum vorstellen, als dass sich zwei Gegenstände anziehen. Glaubst du an Schwerkraft? Das fragt sich keiner. Glauben heisst »sich darauf verlassen«.
März 27, 2012 in Führung, utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)
25/01/2012
Neue Landschaft im Internet...
Die »Landschaft« meiner Internerpräsenz ist neu und wird in diesen Tagen online sein. Danke für 112.000 Seitenbesuche bisher!
))
Projekte, Beratung, Coaching_
Utopische Realisierungen
http://www.utopischerealisierungen.com/
))
Musik_
Tombeck und Band
http://www.tombeck.at/
))
Der Blog_
Thomas Andreas Beck
http://www.thomasandreasbeck.com/
))
facebook_
Thomas Andreas Beck
http://www.facebook.com/ThomasAndreasBeck
))
Initiative_
Wirtschaft der Freude
http://wirtschaft-der-freude.org/
Januar 25, 2012 in utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)
10/01/2012
Einfach So - Klavier und Stimme.
Januar 10, 2012 in Musik | Permalink | Kommentare (0)
05/01/2012
Wenn'sd ned spurst kommst ins Heim.
Warum ich mich engagiere?
»
Mein Lebensweg hat mich an viele Stationen geführt. Aufgewachsen in den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern in Wien Favoriten, zwischen Fussballplatz am Wienerfeld, wilden Ziegelteichen, Baustellen und dem vom Gastarbeiterkindern »regierten« Reumannplatz. Wir organiserten uns alles, wir regelten alles, wir klärten alles, wir schafften alles. Wir hielten zusammen, immer. Jeder in seiner Rolle, jeder in seiner ganz bestimmten Kraft. »Die Bande der Freundschaft« war uns immer Heimat, Sicherheit, Höhle - oft mehr als der Zusammenhalt hinter den eigenen Wohnungstüren. Gewalt zwischen den Banden, zwischen den Nationalitätengruppen, Diebstahl. Die »gesunde Watschen«, Hausarrest, Sprechverbot kannten wir alle. Ja, wir wuchsen »Auge um Auge, Zahn um Zahn« auf. Auch. Wir Kinder wussten von Gewalt hinter der einen und anderen Wohungstür. Wir redeten über unsere Gefühle, und wir heiterten uns oft auf. »Der Schmäh« lief so gut wie immer, wir lachten viel. Und alles war für uns Kinder irgendwie »heile Welt«. Wir alle - fast alle - wohnten mit unseren Eltern, hatten Rückhalt und Heimat, Führung. Wir waren alle irgendwo »daheim« und eigentlich sehr frei.
Und da gab es diese Drohung, immer wieder mal hörten wir sie, mal von Eltern, mal vom unausstehlich grantigen Hausmeister, mal am Fussballplatz. Dieser Satz zog sich wie ein roter Faden durch unsere Gesellschaft: »Wenn'sd ned spurst kommst ins Heim.« Ich habe in diesen Tagen mit vielen Menschen darüber geredet, fast jeder kennt die Drohung aus seiner Jugend. Was ist da dran? Woher kam diese »Redewendung«?
Ich habe so viel gelernt in dieser Zeit, die Basis meiner heutigen beruflichen Kraft stammt aus dieser Zeit. ich habe gelernt »Wickel zu schlichten« - wie wir bei uns in Favoriten zu »Streit schlichten« sagen. Ich habe vor allem gelernt, für Gerechtigkeit einzustehen und Ungerechtigkeit nicht zu dulden, zu handeln, wenn verschwiegen, verdrängt, unterdrückt wird. Und ich habe Glück gehabt, viel Glück. Und mein Elternhaus. Dafür bin ich sehr dankbar.
«
Ich lebe/sterbe. Schönstes Buch Österreichs 2003.
Thomas Andreas Beck, Eigenverlag.
TOMbeck_ 03.01.03_RZ herunterladen
Januar 5, 2012 in utopische Realisierungen | Permalink | Kommentare (0)
04/01/2012
Tombeck & Band_ kommt's näher.
nächste Konzerttermine:
»Einfach So«
27.01.2012 / 21:00 / maximal 30 Gäste, exklusiv Anmeldung auf facebook - Gumpoldskirchner Veiglhütte
»Ganz Leise«
23.02.2012 / 20:00 / Abendkassa - Cenario Wien
Januar 4, 2012 in Musik, utopische Realisierungen | Permalink | Kommentare (0)
30/12/2011
Bis bald im Wald_ Ort der Entscheidung
Dezember 30, 2011 in utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)
...und ich düse, düse, düse im Sauseschritt...
Ab sofort Ökostrom-mobil unterwegs...
Besonderer Film dazu: Warum das Elektroauto sterben musste.
Dezember 30, 2011 in utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)
